Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei

Bisher konzentrierten sich die meisten Druckunternehmen auf den Ausbau des eigenen Dienstleistungsspektrums. Heute streben vor allem die kleinen bis mittleren Betriebe der Druck- und Medienbranche enge Kooperationen an, um die eigene Kompetenz zu stärken und das Service-Angebot zu erweitern.

Die Humburg Media Group ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Unternehmen durch das Schließen enger Kooperationen eine starke Marktposition sichern. Mittlerweile zählen fünf Unternehmen zu der Gruppe: eine Werbeagentur, zwei Druckereien und zwei Verlage. Nur durch die enge Zusammenarbeit ist die Gruppe heute in der Lage, von der Kreation über digitale Dienstleistungen, dem Digital-, Bogenoffset- oder Rollenoffsetdruck bis zur Auslieferung eine Full-Service-Dienstleistung anzubieten.
Auch die MedienPrintPartner Genossenschaft ist ein Zusammenschluss aus mehreren kleinen Unternehmen. Jens Wahren, Koordinator der MPP, sieht noch einen weiteren Pluspunkt in der engen Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen: „Einzelne Unternehmen stehen diesem großen Wandel in der Druckindustrie ganz allein gegenüber. Das gelebte Wir-Gefühl hilft sehr, die täglichen Herausforderungen zu bewältigen.“ Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der PRINT&PRODUKTION.

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Von den Heidelbergern zur Druckstudio Gruppe

Thomas Brüns wird ab Oktober zum Team der Düsseldorfer Druckstudio Gruppe gehören. Der 52-Jährige übernimmt dort die Leitung der Abteilung Druck. Brüns war bisher Teamleiter Press Spezialanwendungen bei der Heidelberger Druckmaschinen AG im Kunden-Democenter in Halle 11 am Standort Wiesloch-Walldorf.

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Mercedes setzt auf Crossmedia und Print

Print belegt in der Mercedes-Kampagne eine Schlüsselrolle: Konkret zur Einführung der A-Klasse wurden neben Anzeigen und Großplakaten auch Print-Elemente wie Flyer, Kataloge, Prospekte und Kunden-Mailings eingesetzt.

In den zurückliegenden Monaten hat Daimler zahlreiche neue Automodelle vorgestellt: die mittlerweile dritte Mercedes-Benz A-Klasse im September 2012, die komplett neue Fahrzeugklasse Mercedes-Benz CLA im Januar 2013, die neue Mercedes-Benz E-Klasse im April 2013 und zuletzt im Mai auch noch die aktuelle S-Klasse. Alle Neueinführungen wurden und werden von aufwändigen, crossmedialen Launch-Kampagnen begleitet. Besonders interessant sind die Einführung der neuen, sich deutlich von den Vorgängermodellen abhebenden, sportlicheren A-Klasse, die mit mehr als 40.000 Vorab-Bestellungen als erfolgreichster Launch eines neuen Mercedes-Modells überhaupt gilt und der Start des CLA als neuartiger Fahrzeugkategorie. Ein viertüriges Kompakt-Coupé mit Frontantrieb genießt in der Tat einen gewissen Außenseiterstatus selbst in den immer breiter werdenden Angebotspaletten der Fahrzeughersteller. Verantwortliche Agentur für alle Kampagnen ist Jung von Matt/Alster in Hamburg.

Schlüsselelement: Print
Print spielt nach wie vor eine zentrale Rolle im Media-Mix des Mercedes-Marketing. Das trifft sowohl auf die hier thematisierten Launchkampagnen als auch auf Dach- und Themenkampagnen zu. Konkret zur Einführung der A-Klasse wurden neben Anzeigen und Großplakaten auch Print-Elemente wie Flyer, Kataloge, Prospekte und Kunden-Mailings eingesetzt. Hinzu kam nach regionalem Bedarf weiteres ergänzendes Print-Material von den jeweiligen nationalen Mercedes-Benz-Landesgesellschaften. Die Anzeigen wurden bundesweit ganz- und doppelseitig in Publikumszeitschriften, Nachrichtenmagazinen, Special-Interest-Medien und in überregionalen Tageszeitungen geschaltet. Alle Motive waren außerdem auf Großflächenplakaten an aufmerksamkeitsstarken, sprich neuralgischen Orten deutscher Großstädte zu sehen.

Print crossmedial erweitert
Um die flexiblen Printelemente herum wurde eine crossmediale Kampagne gebaut, die in einigen Bereichen neue Standards setzt. So gibt es fünf TV-Spots (Produktion: Tempomedia; Regie: Cyril Guyot) und eine Kampagnen-Website. Neben dem sportlichen Äußeren der neuen A-Klasse thematisieren diese Elemente insbesondere die vollständige Integration des Apple iPhone in Anzeige und Bedienung der neuen Automodelle. Erreichbar war die Kampagnen-Website unter anderem auch über den in alle Printmotive integrierten QR-Cod

Hochwertig und unverzichtbar: Der gedruckte A-Klasse-Kalender
Ein weiteres Highlight der Kampagne war der ebenfalls von Jung von Matt produzierte hochwertige A-Klasse-Kalender 2013. Die von Daniel Josefsohn fotografierten Motive sollten „in das Leben der Zielgruppe eintauchen“, möglichst natürlich wirken und last but not least die Kampagne zeitlich verlängern. Das „Making of“-Video zum Printprodukt bringt dieses Anliegen schön auf den Punkt. Und es macht klar: Die aktuelle A-Klasse ist für Daimler mehr als eine neue Modellreihe – sie soll die ganze Marke verjüngen.

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Viel Zukunft für Print

printwirktDas Handelsblatt berichtete im Frühjahr, dass die Ausgaben für Internet-Werbung 2013 in Deutschland erstmals die für Fernsehwerbung übertreffen. Das Blatt bezieht sich auf eine Erhebung der Mediaagenturgruppe ZenithOptimedia. Demnach sollen die Werbeausgaben fürs Internet von 3,20 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf dann 4,57 Milliarden Euro im Jahr steigen. Die Ausgaben für Fernsehwerbung sollen im selben Zeitraum von 3,89 auf 4,27 Milliarden Euro klettern. Das Medium Print allerdings, bleibt nach wie vor Spitzenreiter als Werbeträger. Die Zeitungswerbung bleibe auf Platz eins, verliere aber an Volumen, so die Experten. Gaben die Unternehmen im vergangenen Jahr noch 5,70 Milliarden Euro dafür aus, werden es 2013 der Prognose zufolge noch 5,30 Milliarden Euro sein. Damit läge das Werbevolumen Print immer noch deutlich über das Online-Volumen.
Eine internationale Studie von PricewaterhouseCoopers International Limited (PwCIL) belegt die starke Bedeutung von Printmedien für den Werbemarkt ebenfalls. Die Experten gehen davon aus, dass sich die Marktanteile von 26% digitaler Werbung und 74% nicht-digitaler Werbung im Jahre 2010 auf 34% digitale und 66% nicht-digitale Werbung im Jahre 2012 verschieben werden.

Print kommt an
Print ist ein wichtiger Impulsgeber für die Online-Vermarktung. Auch, wenn die einstige Monopolstellung des Gedruckten Papiers in vielen wichtigen Bereichen Konkurrenz bekommt, so werden doch erst durch diesen Wettbewerb der Medien die Stärken von Print richtig deutlich. Emotionale Welten, haptisches fühlen und an jedem Ort der Welt zu transportieren, ganz ohne Akku und Netzzugang. Auch wenn die elektronischen Medien vordergründig dominieren, hat Print seinen festen Platz in der Medienwelt. Nicht weil uns eine Kampagne davon überzeugt, sondern weil es bei nüchterner Betrachtung einfach die erste Wahl für bestimmte Ziele ist. Weltweit wird mehr gedruckt als je zuvor, vor allem in den industrialisierten Ländern. Der Ausstoß von Printprodukten, so lauten Analysen von Experten, wird weiterhin ansteigen. Print ist nicht einfach „Opfer“ der informatisierten Medienwelt, sondern auch Gewinner. Das verdeutlichen die folgenden Beispiele. Von der Rolle Am heftigsten fordert der technologische Wandel die in hohen Auflagen produzierten Medien Zeitung und Katalog heraus, die lange Zeit für die Rollenoffset- und Tiefdruckereien ein kalkulierbares und lohnendes Geschäft waren. In der Krise 2009 gab es zum Beispiel bei den Zeitungsdruckern in Deutschland einen Einbruch um 24,5 Prozent beim Produktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr; dem folgte 2010 ein weiterer, leichter Rückgang. Zeitgleich wurde die Beilage ein lohnendes Geschäft. Viele Rollenunternehmen konzentrieren sich auf die industrialisierte Fertigung von Beilagen mit neuen, leistungsstarken Maschinen und vollautomatisierten Prozessen. Nur so kann das alte Geschäftsmodell weiter aufgehen, also eine enorm hohe Auflage eines Produktes in sehr guter Qualität zu niedrigen Stückkosten zu produzieren. Um weiterhin erfolgreich zu sein, gehen vor allem die Zeitungen neuer Wege. Zunächst suchen Sie die einfachste Lösung und nutzen Synergien. Die New York Times zum Beispiel bietet den Abonnenten der gedruckten Zeitung den kostenlosen Zugriff auf die Premium-Angebote auf Website, iPhone- und iPad-App. Online ist hier ein zusätzliches Verkaufsargument für Print. Allerdings suchen die Verlage nach wie vor händeringend um Verkaufserlöse, denn der kostenlose Online-Content liefert keine Einnahmequelle. Erste Versuche, den Online-Inhalte mit einem Abo zu belegen gibt es schon, etwa bei der Frankfurter Rundschau: Das klassische Zeitungs-Abo ist hier jetzt im Paket mit der hochgelobten eigenen iPad-App und einem iPad 2 zu haben (http://www.fr-abo.de/ipad/abo-mit-ipad2-fr-app-und-printausgabe.html). Die Umsetzung solcher crossmedialen Lösungen ist insofern kein Problem, da es schon bei der Produktion Synergien gibt: Der Reporter schreibt seinen Bericht nicht mehr nur für die gedruckte Zeitung, sondern auch für Web, Tablet-PC und Smartphone, und der Redakteuer bereitet ihn für alle Kanäle auf. Kein großes Content-Management System kommt heute noch die Unterstützung aller dieser Kanäle aus, sei es nun Woodwing, Tango Media oder ein beliebiges anderes. Aber auch die moderne Druck- und Versandraumtechnik unterstützt die Zeitungen: Ziel dabei ist es durch eine stärkere Individualisierung, spezifische Zielgruppen besser zu erreichen. Beim Druck der Zeitung geschieht das, indem einzelne Seiten in kleinerer Auflage nur für eine bestimmte Region produziert werden; beim Einstecken der Beilagen, indem die Werbung sehr gezielt auf den jeweiligen Ort abgestimmt ist. Das Ergebnis ist eine Zeitung, die beim Leser erfolgreicher ist, weil sie besser auf sein Umfeld abgestimmt ist und beim Anzeigenkunden, weil er seine Werbung zielgenauer schalten kann.

Individualisierte Katalogherstellung
Einen sehr nüchternen Blick auf das Medium Print haben spezialisierte Katalog-Dienstleister wie etwa w&co (www.w-co.de). Die Münchner nehmen Unternehmen komplett die Sorge um die Katalogherstellung ab, angefangen beim Fotografieren der Verkaufsobjekte, über das Zusammenstellen und Layouten der Kataloge bis hin zur Produktion der fertigen Dateien für Druck, Internet oder andere Medien. Für w&co ist Print eines unter anderen Medien, über das ein Vertrieb seinen Kunden Waren verkaufen kann; allerdings nicht das unwichtigste: Denn nur ein Katalog kommt direkt zum Kunden ins Haus, während beim Kanal Internet der Kunde aktiv die Website ansteuern muss und sich der Nutzer eines iOS- oder Android-Geräts gar erst die notwendige App aus dem App-store besorgen muss. Individualisierung spielt allerdings auch beim Katalogdruck eine wichtige Rolle. Zwar haben die meisten großen Händler in Europa immer noch große Gesamtkataloge im Angebot, viele verschicken sie auch noch an alle Kunden, doch geht der Trend zu spezialisierten Katalogen, die gezielter auf die Interessen des Kunden eingehen. Mit dem Internet ist eine neue Kultur schnellerer Wechsel im Sortiment aufgezogen, die den alten, für ein Jahr lang gültigen Dickschiffen zuwiderlaufen. Für die Druckindustrie kann das aber den positiven Nebeneffekt haben, dass über das Jahr mehr gedruckt wird. Selbst für die am härtesten gebeutelten Segmente der Druckindustrie, ist die Zukunft also keinesfalls düster. Das mag auch das folgende kleine Beispiel verdeutlichen. Internetdrucker lieben Papier
222 Ausgaben hat das deutsche Medienmagazin V.i.S.d.P. (www.visdp.de) schon hinter sich, leider nur im Internet. Dabei gestalten die Macher von Beginn an ihr Medium wie ein Print-Periodikum mit wöchentlicher Erscheinungsweise und einem Layout mit klassischen Heftseiten. Bislang waren die Aussichten auf zahlende Abo-Kunden allerdings so gering, dass sich Druck und Vertrieb nicht lohnten, doch kurz vor Weihnachten 2011 fassten die Macher Mut und ließen erstmals eine Sonderausgabe drucken. So hat Online für ein Printprodukt gesorgt und wenn es gut läuft irgendwann für ein kontinuierliches. Einen ähnlichen Weg ist auch der Verlag Condé Nast gegangen, der seit 2000 das Internetportal style.com betreibt. „style.com/magazine“ heißt der seitenstarke Titel sinnreich, der Ende Oktober 2011 an ausgewählten Kiosken zu haben war. Direkt und Individuell Die Fähigkeit, den Kunden individuell anzusprechen und ihn zu überraschen trägt auch zum Erfolg einer ganz anderen Sparte der Grafischen Industrie bei, den Direktmail-Druckern. Ihre Nische ist geradezu maßgeschneidert für das digitale Zeitalter, denn hier bietet Papier das, was elektronische Medien nicht können: Das haptische, dreidimensionale Erleben. Wirtz-Druck aus Datteln zum Beispiel entwickelt für seine Kunden raffiniert gefaltete Aussendungen, die den Spieltrieb im Empfänger wecken und ihn dazu bringen, sich länger mit dem Brief zu befassen. Zum Knowhow gehört dabei auch, dass die Aussendungen die Vorgaben der Postgesellschaften bezüglich des Gewichts einhalten und sich die Portokosten so in Grenzen halten. Eine besonders nette Idee bietet unter anderem Holborn Direct Mail (www.holborndirectmail.co.uk) aus London an: „Handgeschriebene“ Briefe entweder basierend auf der Handschrift des Kunden oder zusammengesetzt aus einem der von Holborn angebotenen Handschriften-Schriftschnitten. Für diese Form der direkten Kundenansprache brauchen die Drucker keine Konkurrenz durch iPad und Co. zu fürchten. Gedruckte Elektronik Ein absoluter Zukunftsmarkt ist die gedruckte Elektronik. Dabei werden einzelne Schaltkreise oder auch komplexere Baugruppen mittels klassischer Druckverfahren auf Papier oder andere Bedruckstoffe aufgetragen. Fast alle industriellen Druckverfahren angefangen beim Offsetdruck, über den Tiefdruck bis hin zu Flexo- und Siebdruck und Inkjet, sind dazu prinzipiell geeignet, allerdings müssen die Druckmaschinen für diese Aufgabe angepasst werden. Analog zum konventionellen Bilderdruck, bei dem mehrere Farbschichten übereinander aufgetragen werden, werden in der Gedruckten Elektronik dann elektronische Dünnschicht-Bauelemente durch das Übereinanderdrucken mehrerer Funktionsschichten hergestellt. Die industrielle Nutzung der Gedruckten Elektronik steckt noch in den Kinderschuhen und die Branche ist gerade erst dabei, sich international um den Fachverband Organics Electronics Association (oe-a) (www.oe-a.org) zu formieren, doch sind die Perspektiven vielversprechend und auch die ersten Nutzanwendungen gibt es bereits: RFID-Chips, die berührungslos ausgelesen werden können, Solarzellen und Displays. Besonders weit fortgeschritten ist das Produktions-Knowhow bei OLEDs, organischen Leuchtdioden. Nur wenige Druckereien beherrschen bislang diese Technologien, wie zum Beispiel die deutschen Firmen Bundesdruckerei (www.bundesdruckerei.de) in Berlin und Faubel in Melsungen (http://www.faubel.de/produkt-neuheiten/etikett-label/article/revolution-gedruckte-elektronik.html) oder die dänische Firma Mekoprint (www.mekoprint.dk). Noch auf Jahre hinaus wird einiger Pioniergeist und einiger Wille zum Experimentieren notwendig sein, um Gedruckte Elektronik zu produzieren. Als Belohnung winkt aber die Fähigkeit, eines Tages ganz besondere integrierte Produkte herstellen zu können: Verpackungen etwa, bei denen ein RFID-Etikett gleich mitaufgedruckt wird oder Werbematerialien mit aufgedruckten Batterien und OLEDs – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Siehe auch: http://www.idtechex.com/ Video, das die Technologie erklärt (Engl.): http://www.youtube.com/watch?v=QqyW9vdS0x0 Love Print
Trotz der Umsatzeinbrüche in den gerade zurückliegenden Krisenjahren hat die Druckindustrie hat Print noch viel Zukunft und so betrachtet sind die Aktivitäten von Printpower (www.printpower.eu) oder Printwirkt.de (www.print-wirkt.de) keine vergebene Liebesmüh’ erinnern sie doch daran, was Print und nur Print leisten kann. Jetzt wie in fünfzig Jahren.

Weltweites Werbevolumen* (Angaben in Milliarden US-Dollar)
2009 2013
TV 149,07 168,41
Zeitungen 92,67 91,82
Internet (Online und Mobil) 58,71 86,7
Publikums Magazine 29,9 33,3
Directories 29,2 28,6
Radio 28,6 28,0
Out-of-home 26,8 30,5
Fachmagazine 16,25 17,43
Videospiele 1,58 2,6
* Quelle: PricewaterhouseCoopers (PwC)

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Veredelung macht Print wertvoll

Druckveredelung gibt es schon so lange, wie Bücher und Zettel gedruckt werden; ein moderner Effekt wie goldene Kaltfolie erinnert dabei verblüffend an Blattgold, das einst mit dem Pinsel mühsam aufs Papier gestrichen wurde. Andere Effekte wie zum Beispiel Thermolacke wären den Menschen im 15. Jahrhundert hingegen wohl als Hexenwerk erschienen.
Spannend bleibt Veredelung auf jeden Fall. Auch 560 Jahre nachdem Johannes Gutenberg die Druckbögen seiner Bibel illuminieren, schneiden, binden und den Anschnitt vergolden ließ, bleibt die Veredelung dank stetiger Neuentwicklungen spannend. Die technischen Produktneuheiten der Zulieferindustrie und die kreativen Ideen der Werber und Designer spornen sich gegenseitig an.

Neue Veredelungen für ein junges Druckverfahren

Besondere Fortschritte hat in den vergangenen Jahren die Veredelung von Digitaldrucken gemacht. Parallel zur kontinuierlich gewachsenen Bedeutung dieses Verfahrens entwickelten Maschinen- und Verbrauchsmittelhersteller Lösungen, um die meisten vom Offsetdruck bekannten Veredelungsverfahren auch für den Digitaldruck verfügbar zu machen. So sorgte auf der Ipex 2010 und auf der Digimedia im vergangenen Frühjahr der israelische Hersteller Scodix (http://www.scodix.com/) für Aufsehen mit seiner Scodix 1200. Dabei erfüllt die digitale Druckmaschine eigentlich nur eine Aufgabe – die aber sehr gut: Sie trägt eine durchsichtige Tinte (ScodInk Clear Ink) präzise und in variabel wählbarer Dicke auf eine Drucksache auf. So lassen sich partielle und Volllack-Effekte genauso wie Prägeeffekte erzielen. Veredelt werden kann im Prinzip jedes Druckprodukt, allerdings hat Scodix eine enge Verbindung zu HP: Die Mitarbeiter haben zuvor jeweils zur Hälfte für die israelischen Niederlassungen von Indigo und Scitex gearbeitet und die Scodix 1200 auch im Zusammenspiel mit Indigo-Maschinen entwickelt.
Eine erste Maschine ging noch im November 2010 an die Druckerei RCS plc Printers (http://www.rcs.plc.uk/) im britischen Nottingham, die die Scodix 1200 seither für eine Reihe eigener Produkte einsetzt. So zum Beispiel für „Digital Embossing“ (Digitales Prägen). Dabei sind sowohl Prägungen mit tiefem Relief möglich, die besonders auf das haptische Erlebnis abzielen als auch flachere Prägungen, für optische Effekte. Auch personalisierter Druck, bei dem zum Beispiel die Namen von Gästen mit Clear Ink auf Tischkärtchen gedruckt wird, sind problemlos möglich. Der Hersteller verspricht einen Durchsatz von bis zu 1.200 A3-Bögen pro Stunde.
Film: (http://youtu.be/q1_EaU7vOHM )

Der älteste Werkstoff der Welt
Auf den ersten Blick einen ganz anderen Weg gegangen ist die belgische Firma Wood Transformation & Technology (WT+T). Das Unternehmen mit Sitz in Liederkerke bei Brüssel hat sich auf extrem dünne Holzfurniere spezialisierte, die in einer Kombination aus jahrzehntelanger Handwerkserfahrung und selbstentwickelter Technologie entstehen. Nur 0,08 bis 0,15 Millimeter sind die Rollen inzwischen dünn, die WT+T von den verschiedensten Holzsorten abhobelt. Das extrem dünne Material wird zu einer Platte verklebt, die Schicht für Schicht aus Holz, Papier, Vlies, Papier und Holz aufgebaut ist. Die dicke von etwa 0,5 Millimeter und die Elastizität des unter dem Namen „MicroWood“ (http://microwood.com/) vertriebenen Endprodukts erlaubt es, es wie Papier oder dünnen Karton einzusetzen und mit etwas Übung mit gewöhnlichen Offsetdruckmaschinen und handelsüblichen Druckfarben zu verarbeiten. Einsatzgebiete sind zum Beispiel Briefumschläge, die WT+T selber herstellt, aber auch anspruchsvolle Verpackungen oder Magazine. So ließ sich das Design-Magazin „Novum“ (http://www.novumnet.de/en/) für seine Ausgabe 01/09 bei Kessler Druck+Medien (http://www.kesslerdruck.de/) in Bobingen einen MicroWood-Umschlag produzieren.

Bild in Bewegung
Ein bisschen wie ein Hologramm oder eine Mikroprägung wirkt „MicroMotion“, eine Veredelungstechnologie, die die Firma Serigraph aus West Bend in Wisconsin lizenziert http://www.serigraph.com/Specialty-Graphics/Products/Creative-Technologies/Micromotion). Micromotion erzeugt beim Verändern des Blickwinkels die Illusion von Bewegung auf einem Druckträger. Mit Micromotion geprägte konzentrische Ringe um ein rundes Objekt wirken zum Beispiel, wie ein Stein, der ins Wasser geworfen wurde und dessen Wellen sich rasch nach außen verbreiten. Ein anderer möglicher Micromotion-Effekt sind Strahlen, die von einem Objekt im Mittelpunkt ausgehen.
Um zu einem ansprechenden Ergebnis zu kommen, ist allerdings einiges Know-how erforderlich: Am besten wirkt MicroMotion generell auf dunklen Hintergründen oder auf Folie. Firmen wie Reflections Print Finishers (http://www.reflections.co.uk/), die MicroMotion exklusiv im Vereinigten Königreich anbieten oder Alkotes (http://www.allkotes.com.au), Lizenznehmer für Australien und Neuseeland, empfehlen jedoch, sich schon in der Designphase beraten zu lassen und vor allem genug Zeit für Testläufe einzuplanen, denn manchmal sind ein paar Testdruckläufe notwendig, um das passende Muster für die Reflektionen auszuwählen und zu einem ansprechenden Ergebnis zu kommen. Typische Anwendungsfelder für MicroMotion sind zum Beispiel Displayaufsteller am Point of Sale.

Mit allen Sinnen

Geruchsproben auf Druckprodukten sind nicht wirklich neu, doch hat die Technologie in den letzten Jahren einige Fortschritte gemacht. Ein Beispiel dafür ist „SCENTIFIC“ von dem deutschen Hersteller Schubert International http://www.schubert-international.com. Bei dieser Technologie wird der Duft, der auf das Produkt aufgetragen werden soll, zunächst in einem ersten Arbeitsschritt in Mikrokapseln eingeschlossen. Anschließend arbeitet der Hersteller die Mikrokapseln in einen speziellen Drucklack ein. Der Vorteil daran: Der Drucklack mit den Mikrokapseln kann anschließend im Offset-, im Tiefdruck-, Flexo-, oder Siebdruck eingesetzt werden. Beim 4c-Druck wird der Speziallack einfach als fünfte Farbe gedruckt. Dabei ist es auch kein Problem, verschiedene Duftstoffe nebeneinander aufzutragen. Zwar ist nicht jedes Papier geeignet, doch gibt es eine breite Auswahl geeigneter Bedruckstoffe. Der Endkunde zerdrückt dann durch Reiben mit dem Finger die Mikrokapseln und setzt dadurch die Duftstoffe wieder frei. Das funktioniert auch mehrmals. Von Werk aus gibt es bereits eine breite Liste an Düften, die von Leder über Brandgeruch und Zahnarzt bis hin zu Kiwis und Orchideen reichen. Individuelle Düfte sind ebenfalls möglich. Wichtige Kunden kommen dementsprechend aus der Kosmetikindustrie, die Scentific für ihre Produktpräsentationen einsetzen.

Die Karte dabei
Die Idee ist bestechend einfach: Anstatt Visitenkarten unpraktisch in Präsentationsmappen einzustecken, werden sie mit Hilfe von Folie einfach direkt in die Mappe integriert. Der Kunde braucht das Kärtchen dann nur noch herauszudrücken. Unter dem Namen „Card-in“ (http://www.integrierte-karten.de/) hat die Druckerei koopmanndruck aus Stuhr in Deutschland sich die Idee schützen lassen und ausgehend von dem Standardprodukt eine Reihe weiterer, noch anspruchsvollerer Produkte entwickelt. Die Card-in Flip erlaubt es zum Beispiel dem Endkunden, sein Foto auf die Karte zu kleben und mit einer Schutzschicht zu sichern. Einsatzfelder hierfür sind zum Beispiel Jahreskarten oder Ausweise. Eine andere Anwendung sind Messe- und Kongressausweise, die mit einem vorgestanzten Schlitz für das Befestigungsbändchen ausgestattet sind.

Edle Verpackungen
Wie herausstechen aus der Masse der Mailings, die täglich im Briefkasten landen? Eine Antwort liefert der irische Verpackungshersteller P. Faulkner & Sons Ltd. mit seiner Marke „Snazzybags“ (http://www.snazzybags.com/). Unter diesem Label vertreibt das riesige Familienunternehmen aus Dublin Versandtaschen aus einer mit metallic-Farbe bedruckten Folie. Teil des Angebots ist ein breiter Fächer an individuellen Varianten, die sich der Kunde nach Wunsch produzieren lassen kann. Die Snazzybacks können transluzent oder opak sein. Es gibt sie in einer geeigneten Größe für Teebeutel oder im DIN B4-Format; mit Tragegriff als „Handle Bag“ oder mit Noppen als „Snazzybubble“. Die Personalisierung ist ein Teil des Geschäfts. Neben der passenden Größe kümmert sich die irische Firma auch um das Bedrucken, so das gewünscht wird. Der Kunde kann dazu beliebige Vorlagen anliefern, die Faulkner dann auf den Snazzybag druckt. Viele Kunden wählen allerdings den einfacheren Weg und kleben einfach ein Adressetikett auf den Umschlag und verzichten darauf, dieses Medium voll auszuschöpfen. Das Know-how für die Snazzybags hat sich Faulkner mit Verpackungen für Pharmazeutika und Elektronikkomponenten erarbeitet. Die Metallic-Versandtaschen waren einfach ein Nebenergebnis.

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Ein Erfolgsfaktor für Druckprodukte: Feinpapier

Informationen sind heute an jedem Ort der Welt und zu jeder beliebigen Zeit abrufbar. Fachleute sprechen bereits von einer Reizüberflutung und einem Überangebot an Informationen. Das Lesen am Computer verändert zudem die Verhaltensweisen der Menschen und das Tempo, in dem sich Beruf und Alltag abspielen, wird immer schneller. Das Lesen auf Papier hingegen, sorgt für eine gewisse Entschleunigung.
Im Gegensatz zu vielen Prognosen, wird heute mehr gedruckt als je zuvor und die Menschen lesen neben Nachrichten auf dem iPad oder Handy nach wie vor zusätzlich gedruckte Magazine und Bücher. Warum? Der wesentliche Faktor ist weniger die Information, als vielmehr ein gewisser Entspannungs-Effekt. „Lesen auf Papier ist wie Urlaub“, sagt der junge Grafiker, der tagsüber vorm Computer sitzt und jede wichtige aktuelle Information bereits kennt.
Papier ist menschlich, denn im Gegensatz zu allen digitalen und elektronischen Medien, diktiert es dem Leser kein Tempo auf, es fordert auch keine zusätzliche Aufmerksamkeit für ein Video- oder ein Sound-File oder für eine weitere Fotostrecke zum Artikel. Papier ist ein kontrollierbares Medium, bei dem sich der Leser ohne Ablenkungsgefahr ganz auf die ihm servierten Inhalte etwa eines Magazins konzentrieren kann. Je größer der Einfluss der digitalen Welt auf den Alltag ist, desto intensiver nehmen die Menschen heute das Papier als wertvolles und nachhaltiges Medium wahr und nutzen es neben allen anderen Medien der digitalen Welt.


Kreative Druckprodukte heben sich ab von der Masse

Während die breite Masse von Drucksachen meist im Papierkorb landet, sollen Produkte, die hochwertig produziert werden, eine besondere Aufmerksamkeit erregen. Im besten Fall sollte der Empfänger das Produkt in seinen Schrank stellen und aufbewahren, eben anschauen und genießen.
Um sich von der Masse abzuheben, gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Es gibt unzählige Arten von Papiervarianten, in vielen Weißnuancen, in allen Farben, gemustert, genarbt, gefärbt, beschichtet, lackiert, transparent, mit Hadern, mit Federn, Gräsern, als Leder-, Stoff- oder Fell-Imitat mit und ohne Wasserzeichen. Auch das Beflocken von Papier gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Edle Bucheinbände, Cover von Broschüren, Prospekte und Werbekarten bekommen durch Flock eine angenehme Haptik und haben einen besonderen Erinnerungswert. Durch Flock wird Papier noch fühlbarer.
Die Vielfalt ist grenzenlos. Zudem setzen die Druckdienstleister immer neue Druck- Veredelungs- und Weiterverarbeitungs-Technologien ein, unter anderem werden Verfahren wie Siebdruck und Offsetdruck kombiniert, sowie Kalt – oder Heißfolienprägung eingesetzt oder partiell aufgetragene verschiedene Lacke gedruckt. Glänzende Metallic-Effekte im Papier oder in der Druckfarbe sorgen ebenso für eine edle Optik wie Aussparungen durch Stanzungen oder die Veredelung durch Kaschierungen.
Auch eine hochwertige Weiterverarbeitung der Prints, etwa als Schweizer Broschur, im festen Hardcover-Einband oder als eine raffiniert gefalzte Verpackung finalisieren das Printprodukt mit garantiert hohem Aufmerksamkeitswert und transportieren somit ein positives Image. Markenartikler haben die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten von Material, Druck und Verarbeitung längst entdeckt, etwa in den Bereichen hochwertiger Verpackung und Etiketten.


Corporate Publishing gewinnt durch Print

Aber auch im Bereich Corporate Publishing werden verstärkt hochwertige Papiere und eine Top-Verarbeitung eingesetzt. Insbesondere Corporate Publishing ist ein Wachstumsmarkt. Kunden aus der Mode-, Automobil- oder Kosmetik-Industrie schätzen den nachhaltigen Effekt eines Printproduktes. Auch Bücher, Geschäftspapier-Ausstattungen und hochwertige Magazine profitieren durch den Einsatz hochwertiger Papiere und heben sich so ab von der Masse. Volker Jansen, Geschäftsleitung der Raff Holding GmbH weiß: „Längst haben die Lifestylehersteller erkannt, dass sie ihr Image nicht alleine über ihre Produkte unterstreichen müssen. Sie wollen sich ihre Kunden gewogen halten und senden ihnen Magazine ins Haus, die sie in Kauflaune halten sollen.“
Raff hat sich als Hersteller für hochwertige Printprodukte für Kunden aus Industrie und Textil einen Namen gemacht. Die Textilindustrie arbeitet oft ausschließlich mit Bildern, wie am Beispiel des Escada-Buches
zu sehen ist. Dabei erzählen die Bilder Geschichten, sie stellen also quasi den „redaktionellen“ Teil dar. Für Lifestyleunternehmen und Luxusmarken nur das Beste gut genug, die Kundenzeitschrift müssen gut gedruckt, perfekt verarbeitet und hoch veredelt sein.

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Perspektive strategische Kooperation – wer kann mit wem

Druckmaschinenhersteller halten nicht länger allein an ihren „Heavy-Metal-Maschinen fest – sie integrieren ihr Know-how in digitale Lösungen und entwickeln sich zu marktorientierten Systempartnern durch Kooperationen mit Partnern im Digitaldruck. Die von der Messe Düsseldorf neu ins Leben gerufene digi:media (7. – 9. April) war die erste öffentliche Plattform, bei der etwa die Heidelberger Druckmaschinen AG und manroland, ihre strategischen Pläne für kombinierte Digital- und Offsetdruckanwendungen vorstellten.

Die veränderten Anforderungen an die Grafische Branche waren ausschlaggebend für die Entwicklung und Konzeption einer neuen Fachmesse wie die digi:media. Ein Abbild der gesamten Kommunikationswelt sollte die Messe sein, ergänzt durch rund 15 Rahmenveranstaltungen. Zu den Ausstellern gehörten Entwickler von iPhone- und iPad-Apps, Web-to-print-Lösungen, Experten für Mobile- und Social Media-Marketing, bis hin zu Anbietern von Digitaldruck- und Finishing-Lösungen.
Ergänzende Fachkongresse wie „Media Mundo“ zur nachhaltigen Medienproduktion, die „Konferenz der Deutschen Akademie des Buchhandels“ oder „Infect 2011“ zum Thema Return on Social Media lockten Werbetreibende und Kreative genau so nach Düsseldorf, wie Druckunternehmer und Marketingleiter. Die Messe berichtet von 6.100 Besuchern aus 29 Ländern. Aussteller und Messebesucher zeigten sich nach drei Messetagen sehr zufrieden. Wichtige Digitaldruck-Anbieter wie HP und Xerox waren anwesend, es fehlten etwa Canon, Kodak, Agfa und Fuji. Die Weiterverarbeiter hingegen waren stark vertreten. So gehörten etwa Kolbus, Horizon, FKS, Polar Mohr, Winkler + Dünnebier, Ernst Nagel, Pitney Bowes oder Müller Martini zu den Pionier-Ausstellern. Sie zeigten ihre Lösungen für die Verarbeitung von kleinen Auflagen und schnellen Digitaldruckjobs. Die digi:media war ein voller Erfolg. Sie soll zukünftig im jährlichen Turnus durchgeführt, im kommenden Jahr allerdings in die drupa integriert werden.

Das Messekonzept hatte zum Ziel, die zwei Welten „Kommunikation“ und „Produktion“ zusammenzubringen. Das Konzept ist aufgegangen und auch das Umdenken in den Köpfen der Entwickler und Maschinenhersteller wurde angeregt. Das beweist die Tatsache, dass auch die Druckmaschinenhersteller das Potenzial der digi:media für sich erkannt haben. Lange war aus dem Lager des Druckmaschinenbaus keine Rede von Digitaldruck. Denn dieses Geschäftsfeld betrachtete der Maschinenbau im Vergleich zum Markt für den Offsetdruck als zu klein. Doch während Marktforscher dem Offsetdruck für die nächsten Jahre ein Wachstum von etwa 3% zutrauen, werden dem Digitaldruck jährlich Steigerungsraten von 11% im Schwarzweißbereich und bis zu 18% in Farbe zugeschrieben. Zudem entwickelt sich die Nachfrage nach digitalen Drucken, als auch die Entwicklung der Technologie rasant. Während der Maschinenbau in der Grafischen Industrie sehr unter der Krise in den Jahren 2008 bis 2010 gelitten hat, zählen Digitaldruckanbieter wie Xerox, Canon und Hewlett Packart zu den Gewinnern.

Ende Februar präsentierte Heidelberg-Chef Bernhard Schreier den japanischen Hersteller Ricoh als Kooperationspartner für den Digitaldruck. Heidelberg wird das Ricoh-Drucksystem „Pro C 901 Graphic Arts Edition“ in Europa vertreiben. Andere Länder sollen folgen. Der Verkauf des Systems ist nicht exklusiv. Ricoh wird dieses System auch weiterhin selbst vermarkten. 2010 wurden von der C901 Graphic Edition Press weltweit bereits 250 Maschinen verkauft. In Düsseldorf auf der digi:media im April zeigten sich beide Unternehmen erstmals mit einer Lösung am gemeinsamen Messestand. Dem Ziel, seinen Kunden eine Digitaldrucklösung als Erweiterung der Offsetdienstleistung anbieten zu wollen, ist Heidelberg damit einen großen Schritt näher gekommen. In Kombination mit einer Speedmaster 52 Anicolor etwa, können beide Drucksysteme von der Heidelberg-Workflow-Lösung Prinect angesteuert werden. Der Anwender kann sofort erkennen, auf welchem System er seinen Auftrag am kostengünstigsten produzieren kann. Heidelberg will mit der Kooperation den eigenen Kunden helfen, ihre klassischen Geschäftsmodelle zu erweitern. Damit gemeint sind etwa Marketing-Dienstleistungen und Lösungen für kleine Auflagen sowie schnelle Lieferzeiten, die wirtschaftlich sinnvoll nur mit Digitaldruck zu lösen sind.

Für die meisten Druckereien führt kein Weg mehr vorbei am Digitaldruck. Daher hatte manroland schon Ende 2010 eine Partnerschaft mit Océ (gehört zu Canon) bekannt gegeben. Laut Unternehmen will man Synergien, die zum Teil auch durch die geografische Nähe zwischen den Firmen in Augsburg und Poing zustande kommen, nutzen und seinen Kunden Digitaldruck-Lösungen anbieten. Im Vordergrund stehe die Beratung aus einer Hand, insbesondere für Druckereien, die in den Digitaldruck als flexible Ergänzung zur Offsetproduktion einsteigen wollen. Bei manroland setzt man dabei auf die Integration der schnellen Inkjet-Lösungen von Océ. Während manroland auf der digi:media am gemeinsamen Messestand mit Océ vertreten war, fehlte KBA in Düsseldorf. Aber auch Koenig & Bauer setzt auf Digitaldruck. Anders als die Wettbewerber, setzt man bei KBA allerdings nicht auf reine Vertriebsabkommen, sondern plant den Bau einer eigenen Digitaldruckmaschine auf Basis einer entsprechenden Entwicklungsvereinbarung mit RR Donnelley. Das US-Unternehmen entwickelt seit Jahren eigene Inkjet-Lösungen. Bereits auf der drupa im Mai 2012 will KBA die erste Digitaldruckmaschine präsentieren.

[caption id="attachment_508" align="alignright" width="150" caption="Die Heidelberger präsentierten einen Messestand gemeinsam mit Ricoh – zum Teil in Ricoh-Rot. "][/caption]

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96-Seiten-Maschinen – Gefahr oder Potenzial?

Technologie-Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten, das ist in der Druckindustrie nicht anders als in anderen Branchen. Doch die Entwicklung von immer produktiveren Maschinen und dessen Einfluss auf den Markt wird in der Grafischen Branche heftig kritisiert. Man befürchtet Wettbewerbsverzerrungen und den Untergang von kleinen und mittelständigen Druckereien. Dabei ist der technische Fortschritt eine logische Konsequenz im Wandel der Zeit. Muss der Fortschritt reglementiert werden oder sollte sich der Drucker dem Wandel der Zeit anpassen? Ohne Wandel keinen Fortschritt, sagen die ersten Anwender der 96-Seiten-Boliden.

„Wir sind nicht diejenigen, die auf die Technologie-Bremse treten und es ist nicht unser Job, Ihre Entscheidungen zu treffen,“ verteidigt Gerd Finkbeiner, CEO von Manroland, seine Strategie in Punkto 96-Seiten-Maschine. „Wir tragen Verantwortung als Maschinenbauer und setzen uns für die Entwicklung neuer Technologien, für Service und Beratung ein, damit unsere Kunden ein gutes Geschäft machen,“ bekräftigt der Manroland-Chef. Skeptiker aus den Reihen der Rollenoffsetdrucker befürchten, dass Maschinen mit einer Produktivität, die in die Regionen des Tiefdrucks vorstößt, den Markt zu ihren Ungunsten beeinflusst
Ein Experte, der hier nicht genannt werden möchte, meint: „Sind die Maschinen erst einmal da und installiert, die Infrastruktur gebaut und bezahlt, müssen die Betreiber auch um jeden Preis ihre Auslastung sichern.“ Letztendlich werde dadurch angesichts der ohnehin schon angespannten Preissituation der Verdrängungs-wettbewerb im Akzidenzmarkt verschärft, so der Unternehmer. Insbesondere aus dem Tiefdruck gibt es Stimmen, die vor einer derartigen Kapazitätssteigerung im Offset-Rotationsdruck warnen. In der Tat gab es eine ähnliche Entwicklung vor ein paar Jahren im Illustrationstiefdruck mit der 4,32 Meter breiten Tiefdruckmaschine. Bei der Einführung der 4,32 Meter breiten Tiefdruckmaschine waren die Argumente für den Schritt in die neue Dimension ähnlich und Parallelen zur aktuellen Vermarktungs-Strategie sind deutlich zu erkennen: Die Hersteller versprechen mehr Kapazität, höhere Produktivität, weniger Personal und weniger Kosten. Eine 96-Seiten-Mschine kann demnach locker etwa zwei 48-Seiten-Maschinen ersetzen.

Was bringen die 96-Seiten-Maschinen?
Die Anwender von 96-Seiten-Maschinen erwarten durch die höhere Seitenkapazität eine Kostensenkung und die Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Druckereien mit 80- oder 64-Seiten-Rollenoffsetmaschinen und letztendlich auch gegenüber den Illustrationstiefdruckern. Der Tiefdruckmarkt verzeichnete in den vergangenen Monaten sowieso schon eine Verschiebung in Richtung Offsetdruck und man kann davon ausgehen, dass dieser Trend durch die Inbetriebnahme der neuen 96-Seiten-Maschinen noch beschleunigt wird.
Bisher bieten zwei Hersteller 2,86 Meter breite Offsetrotationen an: Manroland die Lithoman S und Goss International die Sunday 5000. Beide Maschinen drucken 96-Seiten DIN A4 im stehenden Format (also mit korrekter Laufrichtung für die Verarbeitung) in einem Durchlauf. Eines der besonderen Merkmale der Sunday 5000 Konstruktion sind die bei Goss typischen kanallose Gummituchhülsen, die einen ruhigen Papierlauf bei hohe Geschwindigkeiten bis zu 15 Meter pro Sekunde erlauben sowie punkturlose Falzapparate.
Die Lithoman S basiert auf Manroland-Technologie. Dabei steht das „S“ für Sleeve. Im Gegensatz zu Goss, die für alle Ihre Sunday-Maschinen Sleeves einsetzen, setzt Manroland Sleeves nur dann ein, wenn es die einzig optimale Lösung ist. „Bei einer Zylinderbreite von 2,86 Meter müssen wir Sleeves einsetzen, schon allein wegen der hohen Produktionsgeschwindigkeit“, erklärt Josef Aumiller, Leiter Produktmarketing und Verkaufsförderung im manroland Geschäftsbereich Rollendrucksysteme. Die Sleeves sind zwar teurer als die sonst üblichen Gummituchwalzen, dennoch gehe es bei der 96-Seitenmaschine vor allem darum, die Kosten pro Druck möglichst niedrig zu halten. „Ein Output von 4,3 Millionen DIN A4-Seiten pro Stunde schraubt die Produktivität enorm nach oben und das hilft den Anwendern, die Kosten für die Prints weiter zu reduzieren“, so Aumiller, der glaubt, dass insbesondere Werbekunden aus dem Bereich Handelswerbung und Beilagen davon profitieren. So sichere man letztendlich auch die Attraktivität von Print insbesondere für Kunden aus dem Handel.
Ein besonderer Vorteil der stehenden 96-Seiten-Konfiguration sei die gute Teilbarkeit der Papierbahn. Die Breite von 2,86 Meter erlaube vor allem die in Europa gängigen 8-, 16-, 32- und 48-Seiten-Produkte in Nutzen zu fertigen und so die volle Breite und Kapazität eines solchen Systems optimal ausnutzen.

Ist der Markt reif?
Zwar scheint sich die Wirtschaft insgesamt zu erholen, jedoch wird die Druckindustrie das Niveau von 2007 nicht mehr erreichen. Der Weltmarkt für Rollen-Akzidenzmaschinen hat sich in 2010 gegenüber 2009 nur leicht erholt. Das Volumen liegt immer noch um gut 60 Prozent unter dem Niveau früherer Jahre vor Ausbruch der Finanzkrise. In wichtigen Akzidenzmärkten wie Italien, Spanien, Großbritannien, Osteuropa oder den USA wurde gar nicht oder nur wenig investiert. In Wachstumsmärkten wie China oder Indien ist der Rollen-Akzidenzmarkt noch sehr klein. Dort betraf nach Angaben der Hersteller, das starke Wachstum fast ausschließlich die Nachfrage im Bogenoffset. Daher stellt sich die Frage ob der Markt, zwei Jahre nach dem schlimmsten Einbruch der Branche überhaupt, bereit ist für die 2,86 breiten Maschinen. Ist ein Bedarf unter den Druckunternehmen überhaupt spürbar? Die Auflagen der Druckjobs sinken und der Wettbewerbsdruck ist gleich bleibend hoch, weil es offenbar genügend Druck-Kapazitäten gibt. Immerhin sind weltweit mehr als 50 Offset-Rotationen im 80-Seiten Format mit Zylinderbreiten von 2,06 Meter bis 2,25 Meter im Einsatz.

Nur 10 Maschinen in Europa?
Die Zahl der Akzidenzdrucker in Deutschland und Europa, die diese investitionsintensiven High-Volume-Anlagen vernünftig auslasten können, ist sehr überschaubar. Gerd Finkbeiner schätzt daher das Potenzial für die hochproduktiven 96-Seiten-Maschinen auf etwa fünf bis sechs Maschinen für Deutschland und auf etwa 10 Maschinen für Europa ein. Nach Ansicht von Experten sind diese Zahlen durchaus realistisch, „wenn man den Gesamtbedarf an solchen Maschinen für die nächsten zwei bis drei Jahre zugrunde lege“. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Nachfrage bei den 96-Seiten-Maschinen relativ verhalten ist. Eine Hürde sind auch die möglichen hohen Folge-Investitionskosten, die oft auch im Bereich der Vorstufe und der Weiterverarbeitung anstehen. Die zu verarbeitenden Platten haben immerhin ein Format von 1,278 mal 2,87 Meter. Zwar sei die Beschaffung von Offsetplatten in der benötigten Größe kein Problem, sagt Frank Einzweiller, Gebietsverkaufsleiter von Goss International, jedoch müsse die dazugehörige CTP-Anlage meist erst noch gekauft werden. „Im Falle der Sunday 5000 hat der Kunde die Wahl zwischen Agfa, Fuji, Kodak und Lüscher, wobei Agfa, Fuji und Kodak Flachbettgeräte von Screen unter ihrem Namen anbieten“, erklärt Einzweiler.

Gibt es Parallelen zum Tiefdruck?
An die eigene Entwicklung erinnert fühlen sich die Experten aus dem Tiefdruck und es gibt Stimmen, die sagen, dass ein geschätztes Marktpotenzial von rund 10 Maschinen eigentlich zu wenig sei, um die Kosten für Entwicklung, Einführung und Service, die ein Hersteller damit hat, zu rechtfertigen. Im Tiefdruck hat der schrumpfende Markt dazu geführt, dass KBA seine Tiefdruck-Sparte an Cerutti verkauft hat und nunmehr nur ein Hersteller den Tiefdruckmarkt bedient. Diese Entwicklung im Tiefdruck basiert allerdings nicht einzig und allein auf den Einsatz der 4,32 Meter breiten Maschinen, sondern auch darauf, dass sich der Markt verändert hat: Der Heatset-Rollenoffsetdruck und der Illustrationstiefdruck hatten noch im Jahr 1998 in etwa einen gleich großen Marktanteil (in Tonnen bedruckten Papiers). Bis 2008 ist der Heatset-Anteil auf nahezu 70 Prozent angewachsen. Viele Tiefdruckereien setzen auch Heatset-Rollenoffset ein und sieben der zehn größten europäischen Verlagsdruckereien arbeiten heute mit beiden Verfahren. Dabei spielen die verfahrenstechnischen Qualitätseigenschaften nach Ansicht vieler Fachleute heute keine große Rolle mehr. Während der Tiefdruck immer als das brillantere Druckverfahren galt, holt der Offsetdruck heute durch High-Tech-Kontroll-Funktionen und digitale Qualitätssicherung auf. Dennoch: Der 2,86 Meter breite Rollenoffsetdruck erreicht in vielfacher Hinsicht auch gewisse Grenzen. So ist zum Beispiel die Verfügbarkeit von Papier ein Thema. Anders als im Tiefdruck verlangen die Kunden im Offsetdruck oft eine Fülle von Papiervariationen, die nicht immer erfüllt werden können.
Auch das Handling der großen Papierrollen erfordert eine besondere Aufmerksamkeit. Eine 80g/m2-Rolle bringt immerhin ein Gewicht zwischen 6,5 und 7 Tonnen auf die Waage. Die müssen erst einmal sicher bewegt werden.

Wer produziert mit einer 96-Seiten-Maschine?
Allein in Deutschland werden aktuell drei 96-Seiten-Maschinen installiert – eine Goss Sunday 5000 bekommt Stark Druck in Pforzheim, eine Manroland Lithoman S geht nach Monschau zu Weiss Druck und eine wird bei der Tochter von Tiefdruck Schwann-Bagel (TSB), Rotooffset am Standort Unterkaka bei Leipzig installiert.
Lange hatte man bei Manroland die Umsetzung und technischen Möglichkeiten von breiteren Maschinen mit Kunden auf der ganzen Welt diskutiert, so lange, bis der Wettbewerb – das heute zu Shanghai Electric gehörende Unternehmen Goss International – ihnen zuvor kam und schon Ende 2007 ihre 2,86 Meter breite 96-Seiten-Maschine auf den Markt brachte, die Goss Sunday 5000. Sie wurde erstmals bei der Akzidenzdruckerei Grafiche Mazzucchelli in der Nähe von Mailand installiert. Diese weltweit erste Installation erregte 2008 einiges Aufsehen und die kämpferische Ansage der Unternehmensleitung bestätigte alle Befürchtungen des Wettbewerbs. Pierluigi Guerini, Direktor von Grafiche Mazzucchelli, sagte damals er freue sich darauf „den Markt zu definieren und er mache diesen Schritt, um die Kontrolle über Kräfte am Markt zurückzuerobern. Der große Reiz lag für Mazzucchelli darin, 96 Seiten mit derselben Druckmannschaft produzieren zu können, die auch die kleineren Maschinen bediente. Bislang konnte eine solche Produktivität nur mit zwei parallel laufenden 48-Seiten-Maschinen erzielt werden, nach Aussage des Italieners unter erhöhtem Personalbedarf, erheblich höherem Energieverbrauch, höheren Plattenkosten, längeren Rüstzeiten und erhöhtem Wartungsaufwand.
Auch in Spanien setzen Anwender auf Goss-Technik. Das Unternehmen Impresia Iberica ist nach eigenen Angaben die größte unabhängige spanische Gruppe von Rollenoffsetdruckern und besteht aus drei Druckunternehmen in Madrid und Barcelona. Die Druckerei Altair, mit sechs Rollenoffsetrotationen der
größte Betrieb davon, installierte im April dieses Jahres eine 96-Seiten-Maschine von Goss und man will damit nach eigener Aussage „in einem sich konsolidierenden Markt gänzlich neue Möglichkeiten eröffnen“. Jose Maria Camacho, Präsident von Impresia Iberica und Altair erklärte, heute gehe es darum, im Markt neues Potenzial für neuartige Produkte zu erschließen, um sich einen Wettbewerbsvorsprung zu sichern. Eines der entscheidenden Verkaufsargumente war für ihn die Aussicht, künftig auch um jene Aufträge drucken zu kämpfen, die traditionell dem Tiefdruck vorbehalten waren. „Im Zuge schrumpfender Auflagen im oberen Segment des Zeitschriftenmarkts können Tiefdrucker bei den Produktionskosten nicht mehr mithalten. Von dieser Entwicklung wollen wir profitieren”, stellt Camacho fest.
Die Druckmaschine bei Altaire ist mit einer vollautomatisierten Funktion für einen schnellen Jobwechsel ausgestattet. So können die Drucker eine Produktionsauflage beenden, die Druckzylinder bei langsam weiterlaufender Bahn abstellen, die Platten wechseln, und anschließend die Zylinder für den nächsten Druckauftrag wieder anstellen. „Dadurch sind schnellere Ausgabewechsel möglich, mit weniger Makulatur und einer geringeren Gefahr von Bahnrissen oder Papierstau im Falzapparat beim Anhalten und Wiederanfahren”, freut sich Camacho.

Stark Druck wird zum Goss-Drucker
Die bisher dritte Goss Sunday 5000 wird bei Stark Druck installiert, wo das System noch in diesem Jahr in Produktion gehen soll. Damit ist die Druckerei in Pforzheim das erste Druckhaus in Deutschland, das das 96-Seiten-Format einsetzt.
Zwei Goss Sunday 4000-Maschinen (liegende Seiten) produzieren bereits bei Stark Druck. Mit der neuen Sunday 5000 ersetzt man eine 48-Seiten Rotation von KBA und besitzt nun drei Goss-Systeme. Die aus vier Druckeinheiten bestehende 96-Seiten-Druckmaschine mit kanalloser Gummituchtechnologie ist einem automatischen Plattenwechselsystem ausgestattet und mit einem punkturlosen PCF-3 Greiferfalzapparat konfiguriert. Außerdem umfasst der Auftragsumfang eine Option für die nachträgliche Installation einer zweiten, ähnlich ausgestatteten 96-seitigen Sunday. „Eine Reihe von Anbietern und Druckereien arbeiten bereits mit 80-Seiten-Maschinen, deshalb haben wir uns für das 96-Seiten-Format entschieden, um uns von anderen abzuheben und unseren Kunden einzigartige Vorteile bieten zu können“, kommentiert Geschäftsführer Tino Heer die Entscheidung. Vor Vertragsabschluss hatte Stark Druck einen seiner eigenen Katalog-Druckaufträge unter Ausnutzung der vollen Bahnbreite der Sunday 5000 bei Grafiche Mazzucchelli in Italien getestet.
„Die 96-seitige Goss Maschine ist für sich allein schon überzeugend, aber die erwiesene Fähigkeit von Goss International, umfassende Supportleistungen für derartig ausgereifte Systeme und eine integrierte Lösung anzubieten, die auch Rollenwechsler, Nebenaggregate, Falzapparat und Workflow umfasst, war für uns ebenso wichtig“, erklärt Tino Heer.

Manroland zieht nach
Knapp drei Jahre nach der ersten Vorstellung der Sunday 5000 zieht Manroland nach und liefert nun mit der Lithoman S die ersten zwei 96-Seiten-Maschinen in Deutschland aus. Dabei gab es schon im Jahr 2008 eine Entwicklungspartnerschaft zwischen der Bertelsmann-Tochter Mohnmedia und Manroland. Gemeinsam wollte man eine 96-Seiten-Lithoman im liegenden Format mit einer Bahnbreite von 2,52 Meter entwickeln. Als Zielmarke hatten sich die Unternehmen damals schon einen Seitenausstoß von 4,3 Millionen Seiten pro Stunde gesetzt. Ende 2009 sollte die Anlage in Gütersloh aufgestellt werden. Soweit ist es dann allerdings nicht gekommen. Das 96-Seiten-Projekt wurde gestoppt. Stattdessen unterzeichnete Mohnmedia Anfang 2010 einen Vertrag für eine 80-Seiten-Lithoman mit 2,25 Metern Bahnbreite und einer Druckleistung von maximal 3,2 Millionen vierfarbigen DIN-A4-Seiten pro Stunde. Im Juli nahm die neue 80-Seiten-Lithoman IV ihre Produktion auf.
Sie ist hauptsächlich für den sehr erfolgreich angelaufenen Druck von Beilagen im Einsatz. „Mit Ihrer außergewöhnlichen Breite von 2,25 Meter, einem Zylinderumfang von 1.190 Millimeter und einem komplex ausgestatteten Falzapparat ist die Maschine für dieses Segment besonders geeignet”, sagt Roland Witte, Geschäftsführer Produktion und Technik bei Mohnmedia.
Die ersten Installationen der Lithoman S bei Weiss Druck und bei TSB sollen 2011 umgesetzt werden. Beide Maschinen sollen mit je zwei Falzwerken ausgestattet werden. Bei TSB will man die Maschine vor allem für die Produktion von Beilagen für den Einzelhandel einsetzen. Die Vorbereitungen bei Weiss Druck sind schon voll im Gange, geplant ist es, mit dem System im Herbst 2011 in Produktion zu gehen. Zum jetzigen Zeitpunkt konnte keiner der beiden Unternehmen konkrete Aussagen zu der Maschine machen und man wollte auch nichts Konkretes zur Strategie berichten. Hier heißt es schließlich abzuwarten wie die Umsetzung verläuft. Sowohl für die Ingenieure von Manroland als auch für die Pilotanwender wird das eine spannende Zeit. Es sollen übrigens Verhandlungen über eine dritte Maschineninstallation einer Lithoman S laufen. Josef Aumiller wollte sich dazu allerdings zum Redaktionsschluss nicht äußern. NT bleibt dran und wird weiter berichten.

Vertragsunterzeichnung der ersten 96-Seiten-Lithoman S (von links): Geschäftsführer Stephan Steuber, Heinrich Steuber GmbH + Co.; Karl-Heinz Carell, Betriebsleiter Weiss-Druck; Georg Weiss, Geschäftsführer Weiss-Druck; Alwin Stadler, Regionalverkaufsleiter manroland; Robert Ostler, Geschäftsführer Print Media Ostler & Partner Unternehmensberatung GmbH; Stephan Uder, Gebietsverkaufsleiter manroland.

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Auslastung deutlich besser als erwartet – EWA und ERA vereinbaren gemeinsame Aktivitäten

Die EWA – Mitglieder trafen sich Anfang November 2010 im Hotel „Le Royal Meridien“ in Hamburg, um die Perspektiven der Branche zu diskutieren. Die Konferenzteilnehmer berichten, dass die Auslastungssituation im Herbst 2010 wesentlich besser als erwartet sei und die Kapazitäten vollständig auslasten würde. Die Horrorszenarien seien ausgeblieben. Besser als erwartet habe sich der Zeitschriftenmarkt erholt, die Beilagenproduktion sei stabil und auch im Kataloggeschäft ergäben sich für den Rollenoffset zwar einige Verschiebungen im Bereich Auflagen und Umfang, doch dass sei kein Anlass zur Besorgnis.

Die Ertragssituation spiegele allerdings dieses Bild nicht wieder. Den anhaltenden Preisdruck des Marktes halten die Unternehmer für gefährlich. Er habe allerdings eine Grenze erreicht. Immer mehr Unternehmer seien bereit, Maschinen kurzzeitig abzustellen oder Schichten zu reduzieren statt ruinöse Preise zu akzeptieren.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war das Statement zur Diskussion um eine mögliche Koordinierungsfunktion der EU zum Strukturwandel der Branche. Zu diesem Tagesordnungspunkt war auch John Caris, CEO Roto Smeets eingeladen. Caris war verschiedentlich auf EU-Ebene in dieses Thema einbezogen worden. Er stellte sich in der Diskussion „ohne wenn und aber“ hinter die Forderung aller Unternehmer und Geschäftsführer aus der EWA, Subventionen ebenso abzulehnen wie jegliche Einmischung von EU–Kommissionen zur Investitionssteuerung einer Branche. Man müsse gemeinsam mehr Präsenz in Brüssel zeigen und deutlich machen, dass der Markt das entscheidende Regulativ zur Kapazitätsanpassung ist.

Zusammenarbeit mit dem Tiefdruck beschlossen – ERA als Partner
Nikolaus Broschek, Präsident der Tiefdruckorganisation ERA und Generalsekretär James Siever führten als Gäste mit den EWA – Unternehmern einen zukunftsweisenden Meinungsaustausch. Die Schnittmengen wachsen und es wäre töricht, sich gegenseitig abzugrenzen. „Der Markt und die technischen Möglichkeiten entscheiden letztlich, welches Verfahren im Einzelfall richtig ist” so Broschek. Ein gemeinsamer Arbeitskreis aus EWA und ERA wird kurzfristig ein Konzept erarbeiten, wie beide Organisationen ihre Arbeit gemeinsam für die Branche verstärken können.

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Recycling-Papier unbrauchbar

Die Ingede gibt bekannt, dass es einen ersten wirtschaftlichen Schadensfall gegeben hat, bei dem im Digitaldruckverfahren hergestellte Fotobücher eine solch hohe Verschmutzung beim Recycling von Altpapier verursacht haben, dass 140 Tonnen der Produktion vernichtet werden mussten. Der Schaden beläuft sich nach Angaben von Axel Fischer, Sprecher der Ingede, auf rund 100.000 Euro (300.000 Euro Verkaufspreis).

Seit fast 10 Jahren beschäftigt sich die Ingede mit der Deinkbarkeit von digital gedruckten Prints. Hier gibt es bereits Initiativen, in denen die Ingede mit Herstellern von Digitaldrucksystemen eng zusammenarbeiten. “Seit langem warnen wir vor Problemen von Deinkbarkeit“, erklärt Axel Fischer, “Nun ist es leider zu einem Negativbeispiel in der Praxis gekommen, was ich sehr bedauere.“ Auslöser für die unbrauchbare Marge an Recyclingpapier war eine Containerladung von Fotobuch-Makulatur eines Digitaldruckers.

Als Konsequenz werde es jetzt nach Ansicht Axel Fischers zu einer erhöhten Diskussion kommen und Digitaldrucke, die eine schlechte Deinkbarkeit aufweisen müssten gesondert entsorgt werden. UV-Prints in Druckereien werden heute schon gesondert entsorgt.

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